Neuansiedler
Nach meinem Eindruck steht die hiesige Administration der Ansiedlung von Deutschen 
positiv gegenüber. Es besteht die Möglichkeit, befristete Aufenthaltsgenehmigungen
für den Zeitraum von drei Jahren zu erhalten bzw. wieder zu erhalten.
Lebensbedingungen im Dorf
Viele der Bauernhäuser in witterungsbeständiger Blockbauweise stehen leer. Sie können
gegen einen geringen Mietpreis bewohnt werden (maximal 400 € im Jahr). Zu den Häusern
gehört ein großer Garten, eine russische Sauna, oft auch noch Schuppen und Sommer-
küche. Geheizt wird mit Holz, das kostenlos im Wald geschlagen werden kann, aber nötig
dafür sind Motorsäge, Benzin und ein Transportfahrzeug oder der Kauf dieser Dienstleis-
tungen. Das Wasser wird in Regentonnen aufgefangen oder aus dem Fluss geholt, im Win-
ter auch in Form von Eisbrocken, und in der Küche in einer Wassertonne bereitgehalten.
Im Ort praktiziert ein Feldscher in der Sanitätsstelle. Krank werden sollte man aber lieber
nicht. Einrichtungs- und Haushaltsgegenstände kann man im Ort nicht kaufen, sondern
alles muss im Winter mit dem Auto oder im Sommer mit dem Boot herbeigeschafft werden.
Es gibt einen kleinen Laden, der wie die Poststelle einmal im Monat beliefert wird, aber das
Angebot ist sehr eingeschränkt. Glücklicherweise gibt es genug Wild in den Wäldern und
Fische in Seen und Flüssen. Im Wald wachsen überreichlich an die zehn verschiedene
Arten essbarer Beeren sowie viele Pilze. Die Kartoffeln und das Gemüse in den Gärten
gedeihen bei guter Pflege üppig, sogar Tomaten, Paprika und Wassermelonen. Spätestens
ab Anfang September wird alles abgeerntet und eingelagert oder konserviert.
Einkommensquellen
Die Einheimischen verkaufen Preiselbeeren, im Spätherbst und Winter auch gefrorenen
Fisch, Zobel- und Eichhörnchenfelle. Neuansiedler sollten sich an Hand der vorhandenen
Ressourcen bisher ungenutzte Einkommensquellen erschließen, zum Beispiel
  • Drechseln von Holzschüsseln
  • Schnitzen von Löffeln und Kellen
  • Tischlern einfacher Möbel wie Tische, Stühle, Sitzbänke
  • Gerben von Elch-, Hirsch-, Bärenfellen
  • Lederverarbeitung
  • Flechten von Weidenkörben, Anfertigen von Gefäßen aus Birkenrinde
  • Tierhaltung zur Fleischerzeugung (Schweine, Ziegen, Bullenkälbchen)
  • Herstellen von Wurst und Schinken
  • Aufnahme und Betreuung von Touristen.
     
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